News Herbst

 

Raps Herbizide, Graminizide und Nährstoffversorgung

Auf Grund des besonderen Witterungsverlaufes im Herbst 2009, waren vielerorts im Sommer 2010 Klatschmohn,Raukearten oder Kamille in den abreifenden Rapsbeständen zu erkennen. Bei schwierigen Witterungsverlufen ist ein Gegensteuern nur mit dem Optimieren der Anwendung (Zeitpunkt, Präparatauswahl) möglich.

So zeigen die zeitigen Maßnahmen immer die sichersten Wirkungsgrade. Gerade bei clomazonefreien Lösungen mit Fuego, Butisan Top oder Kombi ist es von entscheidender Bedeutung in den Auflauf der Unkräuter hinein zu behandeln. Bei den überwiegend bodenwirksamen Kombinations- oder Solo- Herbizidlösungen wird zwar eine gewisse Bodenfeuchte für die Wirkungsentfaltung benötigt, jedoch sollte vor der Behandlung kein Regen in Aussicht sein, denn nicht nur Clomazone kann bei Einwaschung in den Wurzelhorizont für temporäre Schädigungen sorgen, sondern ebenso Metazachlor oder Dimethachlor. Nur durch die typischen Aufhellungen ist eine Verlagerung von Clomazone am deutlichsten erkennbar. Die Verlagerung des Wirkstoffes hat aber nicht nur eine potenzielle Toxizitt für die Kultur zur Folge, sondern auch eine Abnahme der Wirkungssicherheit, da der Herbizidbelag in den oberen Zentimetern stark verdünnt wird. Der Zusatz von 0,4 l/ha Herbosol kann hier die Bindung des Wirkstoffes im Saathorizont sichern und somit auch die Erhaltung der Dauerwirkung unterstützen.

Herbizide Raps

 

Was tun bei Problemunkräutern ?

Erdrauch, Stiefmütterchen, gemeine Ochsenzunge, Ackerkrumhals – nach der Vorlage von Bodenherbiziden im Vorauflauf: 0,7-1,0 l/ha Fox ab BBCH 16 des Rapses

Wegrauke im Nachauflauf – ab BBCH 16 des Rapses Fox im Splitting 0,6 l/ha + 0,4 l/ha

Storchschnabel, Ochsenzunge, Ackerkrumhals, Mohn, Kornblume - Nach Vorlage (bei Storchschnabel, Ackerkrumhals und Ochsenzunge) mit Clomazone im Vorauflauf: 2,0 l/ha Stomp Aqua ab BBCH 16

Rauke Arten, Hirtentäschel, Hellerkraut – Einsatz clomazonehaltiger Produkte: Nimbus CS oder Packs in denen Centium CS enthalten ist

Storchschnabel, Mohn – mind. 3,0 l/ha Colzor Trio oder 2,5 l/ha Butisan Kombi

Kornblume, gefleckter Schierling, Wiesenkerbel – 0,35 l/ha Effigo

Gräser und Ausfallgetreide

In Mulchsaaten aber auch bei Saaten nach wendender Bodenbearbeitung (Schwerpunkt: Vorgewende) spielt Ausfallgetreide eine Rolle. Um dieses zu erfassen, können Gräsermittel wie Fusilade Max (0,8-1,0 l/ha) oder Targa Super (0,8-1,0 l/ha) zum Einsatz kommen.Windhalm wird in der Regel ausreichend von den Herbizidkombinationen gegen Dicotyle miterfasst.
Anders stellt sich die Situation beim Ackerfuchsschwanz dar. Auf Standorten, auf denen die gängigen Gräsermittel (s.o.), welche zur Wirkstoffgruppe der FOPs gehren, keine ausreichenden Wirkungsgrade mehr erzielen, müssen Gräserprparate der Wirkstoffklasse der DIMs zur Anwendung kommen, wie Fokus Aktiv (2,5 l/ha + 2,5 l/ha gegen Ausfallgetreide sind 1,0 l/ha + 1,0 l/ha auch ausreichend) oder Select 240 EC (0,5 l/ha + 1,0 l/ha).
Auf Schlägen, auf denen auch die DIMs schwankende Wirkungsgrade zeigen, sollte im Sinne des Resistenzmanagements die einmalige Chance in der Fruchtfolge genutzt werden einen anderen Wirkmechanismus im Gräserbereich einzusetzen. Mit 1,875 l/ha Kerb Flo bei kühlen Temperaturen im Winter arbeiten.
Dort wo man mit Trespen zu kämpfen hat kann ebenfalls mit 1,25-1,875 l/ha Kerb Flo gearbeitet werden um den Druck, welcher sich ber die Fruchtfolge aufgebaut hat aus der Fläche zu nehmen.
Bei nachträglich festgestellten Queckenproblemen haben Fusilade Max und Targa Super jeweils mit 2,0 l/ha eine Zulassung mit erhöhter Aufwandmenge.

Gewsserabstände: bis auf Select 240 SC (5m) haben alle genannten Graminizide einen Gewässerabstand gemäß Länderregelung bei 90% abdriftmindernder Technik.

Nährstoffversorgung im Herbst

Um nach dem Winter, im Frühjahr starke Bestände vorzufinden, muss der Raps gut entwickelt in den Winter gehen. Die Anlagen für Knospen und Seitentriebe werden in der Pflanze bereits im Herbst angelegt, welche es auch über Winter zu erhalten gilt. Angestrebt sind vor Wintereintritt Pflanzen mit 8-12 Laubblättern, welche flach in der Rosette liegen !

Die Wurzelentwicklung ist Grundlage für das Regenerationsvermögen des Rapses im Frühjahr optimal ist ein Wurzelhalsdurchmesser von ca. 10 mm vor Vegetationsende.

Entscheidend ist die Bestandbetrachtung Mitte/ Ende September je nach Saattermin:
Haben die Pflanzen bis dahin weniger als 4-5 Laubblätter entwickelt und zeigt eine helle Färbung,
sollte mit einer Stickstoffgabe (30-40 kg N/ha + Schwefel) fördernd eingegriffen werden. Auch unterstützt der Einsatz von Spurennährstoffen wie z.B. Beiselen Rapsmix dann zusätzlich.

Neben Stickstoff gehört aber auch eine ausreichende Versorgung mit Kalium und Phosphor zur Grundlage für eine gute Bestandsentwicklung. Gerade wenn in den letzten Jahren sparsam mit Grunddüngern umgegangen wurde, darf nicht auf das Ziehen von Bodenproben verzichtet werden. Die Kali- Gabe kann auf besseren Standorten bereits im Herbst erfolgen auf leichteren sollte diese auf Grund der Verlagerungsanfälligkeit des Kalis im Boden in das Frühjahr verlegt werden.

Schnecken schädigen vor allem die jungen Pflanzen

->Schlagränder, Mulchsaaten und schwere Standorte sind besonders gefährdet

 ->Metarex Schneckenkorn 6,0 kg/ha frühzeitig einsetzen

Um Erdflohzuflüge rechtzeitig zu erkennen

->Gelbschalen aufstellen

 

 

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